Wenn die Welt auf den Schultern liegt – Die Geschichte eines jungen Vaters
Es ist spät am Abend. Das Haus ist still geworden. Nur der leise Summton des Kühlschranks erfüllt die Küche, während ein junger Vater am Tisch sitzt, den Kopf in die Hände gestützt. Zwei kleine Kinder, ein Vollzeitjob, ein Nebenjob und der stetige Wunsch, alles richtig zu machen.
Als er Vater wurde, hatte er gehofft, in dieser Rolle aufzugehen. Liebe, Nähe, Verantwortung; all das wollte er tragen. Doch das Leben formt manchmal Wege, die mehr Kraft verlangen, als ein Mensch langfristig aufbringen kann. Zwei quirlige Kleinkinder, die jeden Tag ihre ganze Welt mitbringen. Eine Partnerin, die ebenso ihr Bestes gibt. Und ein Alltag, der kaum Raum für Pausen lässt.
Um die Familie finanziell zu entlasten, arbeitet er zusätzlich abends und am Wochenende. Er rennt von Aufgabe zu Aufgabe. Von einem „Muss“ zum nächsten. Und irgendwann, das passiert selbst den stärksten Menschen, fühlt er, wie der Atem immer kürzer wird.
Er liebt seine Familie. Tief und ehrlich.
Er möchte unterstützen, halten, tragen.
Doch gleichzeitig spürt er, wie seine eigene Energie schwindet. Wann hat er das letzte Mal nur für sich selbst durchgeatmet? Wann war er zuletzt spazieren, ohne Zeitdruck? Wann hat er sich nicht verpflichtet, sondern einfach lebendig gefühlt?
Abends sitzt er gelegentlich auf der Bettkante und stellt sich eine Frage, die er niemandem laut sagen würde:
„Wie lange kann ich das so noch weitermachen?“
Nicht aus Schwäche. Nicht aus Überforderung gegenüber seiner Familie. Sondern, weil ein Mensch nicht auf Dauer funktionieren kann, wenn sein eigenes Herz keinen Platz mehr findet.
Eines Abends, nach einem besonders langen und schweren Arbeitstag, steht er vor seiner Haustür. Durch die Tür hört er seine Kinder lachen und gleichzeitig spürt er, wie ein schweres Gefühl seine Brust umfasst. Eins, dass er kaum benennen kann. Er setzt sich auf die Stufe vor der Tür. Nichts tun. Keine Verantwortung. Kein Müssen. Nur ein Atemzug. Und noch einer. Zum ersten Mal seit Wochen lässt er Stille zu.
In genau diesem Moment wird ihm etwas klar:
Wenn ich weiter für alle da sein möchte, muss ich beginnen, auch für mich da zu sein. Nicht irgendwann. Nicht wenn es „ruhiger wird“. Sondern jetzt.
IMPULS:
5 Wege, wie du dich als überlasteter
Vater wiederfinden kannst
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Prioritäten sortieren, statt nur zu funktionieren
Frag dich ehrlich: Was ist wirklich notwendig? Manchmal ist es nicht die Zeit, die fehlt, sondern die Energie, die wir Dinge widmen, die dir längst mehr Kraft nehmen, als sie dir geben.
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Den Nebenjob überdenken
Rechne durch, wie viel wirklich übrigbleibt. Oft frisst der Nebenjob mehr Lebensqualität als er Geld bringt. Manchmal ist weniger Arbeit = mehr Familie + mehr du selbst.
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Mini-Auszeiten fest einplanen
Nur 20–30 Minuten pro Woche reichen, um wieder Luft zu bekommen. Spaziergang, Musik, Sport, allein atmen. Kleine Pausen retten große Kräfte.
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Offene Gespräche zu Hause
Teile mit deiner Partnerin, wie es dir wirklich geht. Keine Vorwürfe, nur Ehrlichkeit. Wer Gefühle teilt, trägt weniger allein.
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Perfektion ablegen
Du musst nicht gleichzeitig bester Vater, bester Partner, bester Mitarbeiter sein. Gut reicht. Und manchmal ist das Beste, was du für die Familie tun kannst: auf dich selbst achten.