Eine Frau am Wendepunkt, eine Geschichte, die mich berührt hat
In den letzten Monaten ist mir immer wieder die Geschichte einer Frau begegnet, die mich bewegt. Vielleicht, weil sie stellvertretend für so viele Frauen steht, die jahrelang stark waren, die funktioniert haben und irgendwann merken, dass das Leben plötzlich eine andere Richtung nimmt.
Diese Frau ist Mitte vierzig. Ihre Kinder sind erwachsen und gehen ihren eigenen Weg. Und während sie sich für ihre Kinder freut, merkt sie gleichzeitig, dass ihr Alltag sich leise verändert hat. Die Wohnung, die früher voller Stimmen, Chaos und Leben war, wirkt plötzlich größer, nicht leer, aber stiller.
Sie sitzt morgens an ihrem Küchentisch mit einer Tasse Kaffee. Es sind diese Morgenstunden, die sie früher nie wirklich für sich hatte. Früher war alles schnell: Frühstück, Brotdosen, Termine, Schule, Arbeit, keine Minute, um sich selbst zu spüren. Und jetzt, wo sie zum ersten Mal Zeit hat, weiß sie nicht so richtig, wohin mit ihr.
Es ist nicht Traurigkeit, die sie fühlt, eher ein ungewohntes Nachdenken. Sie schaut aus dem Fenster und merkt, dass sie sich fast nicht mehr erinnert, wann sie zuletzt wirklich gestoppt hat. Wann sie das Leben bewusst wahrgenommen hat. Wann es einmal um sie ging.
Es ist ein Wendepunkt, der nicht laut kommt.
Kein dramatisches Ereignis.
Nur ein stiller Moment, der sagt:
„Jetzt verändert sich etwas.“
Sie beginnt, über sich nachzudenken. Über die Frau, die sie einmal war, bevor der Alltag sie verschluckte. Über Wünsche, die sie irgendwann zur Seite geschoben hat. Über Träume, die sie vergessen hat. Und über die Frage, was sie jetzt, in diesem neuen Lebensabschnitt, eigentlich für sich möchte.
Sie spürt Unsicherheit, aber auch eine leise Neugier. Ein Gefühl von:
Vielleicht wartet da noch etwas auf mich.
Vielleicht komme ich jetzt wieder ein Stück näher zu mir selbst.
Sie steht mitten im Leben, aber an einem Punkt, an dem sie sich neu sortieren darf.
Nicht, weil sie gescheitert ist.
Sondern, weil das Leben ihr die Chance gibt, sich selbst wiederzufinden.
Und genau diese stille Stärke, dieses leise Erwachen, hat mich an ihrer Geschichte so fasziniert. Denn sie zeigt, dass Veränderung nicht immer laut sein muss.
Manchmal beginnt sie einfach an einem ganz normalen Morgen, mit einer Tasse Kaffee in der Hand, in einer still gewordenen Küche.
IMPULS:
6 Wege, wie man zu sich selbst findet
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Kleine Pausen zulassen
Jeden Tag ein paar Minuten innehalten und sich fragen: Wie geht es mir gerade wirklich?
Manchmal entsteht in der Stille die erste Klarheit. -
Alte Interessen wieder aufgreifen
Etwas auswählen, das früher Freude gemacht hat – und es bewusst wieder tun.
Es reicht schon ein kleiner Moment, um alte Energie zurückzuholen. -
Bewegung als Reset nutzen
Ein Spaziergang, leichtes Dehnen, ein bisschen Sport.
Bewegung ordnet Gedanken, auch wenn der Kopf gerade laut ist. - Mit jemandem reden
Austausch hilft.
Ob mit einer Freundin oder in einer Beratung – laut aussprechen bringt Struktur ins Gedankenchaos.
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Kleine Schritte, große Wirkung
Nicht alles von heute auf morgen verändern.
Ein kleiner Schritt pro Woche reicht oft, um langsam wieder bei sich anzukommen. -
Sich erlauben, wieder Frau zu sein – nicht nur Rolle
Viele Frauen definieren sich über Jahre als Mutter, Partnerin, Kollegin, Kümmerin.
Jetzt darf wieder entdeckt werden, wer sie als Frau ist:
stark, sensibel, neugierig, mutig, verletzlich, lebendig.
Alles davon gehört dazu.
Zum Schluss:
Der Wendepunkt im Leben ist kein Ende er ist eine Einladung. Eine Chance, sich neu kennenzulernen und bewusst zu gestalten, wie der nächste Lebensabschnitt aussehen darf.
Viele Frauen finden gerade in dieser Phase eine neue Tiefe in sich selbst wenn sie den Mut haben, hinzuschauen.