Als aus einem geliebten Beruf langsam ein Gefängnis wurde
Sie liebte ihren Job, nicht nur ein bisschen, sondern wirklich.
Die Arbeit mit Menschen, die Gespräche, die Nähe, das Vertrauen. Die Freiheit, ihren Tag selbst zu gestalten. Termine, die sich ihrem Leben anpassten, nicht umgekehrt. Pausen, wenn sie sie brauchte. Leichtigkeit im Miteinander mit Kollegen.
Es fühlte sich nie nach „müssen“ an, eher nach sein dürfen.
Doch die Veränderungen kamen, nicht plötzlich., nicht laut, sie schlichen sich ein, ganz still und leise.
Neue Strukturen, neue Vorgaben, neue Investitionen, nicht nur finanziell, sondern vor allem emotional. Mehr Verantwortung, mehr Druck, mehr Erwartungen. Dinge, die auf dem Papier sinnvoll klangen, sich aber innerlich immer schwerer anfühlten.
Mit jeder Veränderung wurde etwas von der Leichtigkeit ihrer Arbeit leiser, die Freiheit der Arbeitszeit wurde enger, die Spontanität wich Planung, die Gespräche verloren an Tiefe und wurden funktionaler, Aus Begegnung wurde Ablauf.
Sie merkte es zuerst an ihrem Körper.
An den Bauchschmerzen am Abend, wenn sie wusste: Morgen muss ich arbeiten, an dem Druck, der sie am Wochenende begleitete, obwohl sie eigentlich frei hatte, an der Unruhe, die selbst in ruhigen Momenten blieb. Der Job, den sie einst liebte, fühlte sich plötzlich an wie ein Raum ohne Fenster. Nicht, weil er falsch war, sondern weil er sich verändert hatte und sie sich mit ihm.
Sie fragte sich, wann genau aus Freude Pflicht geworden war, wann aus Freiheit Verantwortung und wann aus einem Ort, an dem sie aufblühte, ein Gefängnis, das sie Kraft kostete.
Vielleicht war es kein Scheitern, vielleicht war es einfach ein Zeichen. Ein Zeichen dafür, dass etwas, das lange getragen hatte, neu betrachtet werden wollte.
IMPULS:
5 Impulse zur beruflichen Leichtigkeit
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Nimm dein Gefühl ernst
Wenn sich Arbeit schwer anfühlt, hat das einen Grund. Du musst das nicht erklären oder rechtfertigen. Es reicht, dir selbst zuzugestehen: So wie es gerade ist, tut es mir nicht gut.
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Erlaube dir, nicht immer alles zu tragen
Du musst nicht jede Verantwortung übernehmen. Du darfst Aufgaben abgeben, langsamer werden oder Grenzen setzen. Das macht dich nicht schwach, es schützt dich.
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Sorge bewusst für kleine Pausen
Plane dir bewusst Zeiten ein, in denen du nicht erreichbar bist und nichts leisten musst. Auch kurze Pausen helfen deinem Kopf und deinem Körper, wieder runterzufahren.
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Erinnere dich daran, was dir an deiner Arbeit einmal Freude gemacht hat
Vielleicht war es der Kontakt zu Menschen, die Freiheit der Zeit oder das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun. Diese Erinnerung zeigt dir, was dir heute fehlt, und was du wieder brauchst.
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Du musst das nicht alleine schaffen
Mit jemandem darüber zu sprechen kann entlasten. Ob Freundin, Familie oder professionelle Begleitung, Unterstützung anzunehmen ist kein Versagen, sondern ein Schritt zu dir selbst.